
Die Geschichte hinter Gookie
Es begann mit einem Anruf der Polizei.
Mein Großvater war an Demenz erkrankt. Eines Tages war er für kurze Zeit nicht erreichbar. Dann meldete sich die Polizei bei uns. Man hatte ihn gefunden.
Es ist gut ausgegangen, und trotzdem hat sich dieser Tag bei mir festgesetzt. In der Zeit dazwischen gab es nur Fragen. Wo ist er? Ist ihm etwas passiert? Weiß jemand, wer er ist und wen man anrufen kann?
Als der Schreck vorbei war, habe ich mir als sein Enkel die Hilfsmittel angesehen, die es für solche Momente gibt. Dabei fiel mir etwas auf, das mich nicht mehr losgelassen hat: Die Badges, die im Umlauf sind, können nur eines. Sie zeigen, dass eine Person Einschränkungen hat. Mehr nicht.
Ein Badge, der nur zeigt, dass jemand Hilfe braucht, sagt nicht, wen man anrufen soll.
Wer einen Menschen mit Demenz findet, der sich nicht orientieren kann, will helfen. Es scheitert nicht am guten Willen, sondern an der fehlenden Nummer. In diesem Moment braucht man nur eines: einen schnellen Weg zu der Person, die den anderen kennt.
Also habe ich einen Badge entwickelt, der etwas tut. Smartphone an den Badge halten, bestätigen, und am anderen Ende ist die Bezugsperson oder die betreuende Einrichtung. Ohne App, ohne Konto, ohne Akku. Und ohne dass Name, Diagnose oder Adresse auf dem Badge stehen, denn Würde und Privatsphäre gehören dazu.
Aus einem schweren Tag ist eine einfache Idee geworden. Heute heißt sie Gookie.
Cem Battal, Projektinitiator
Für wen der Gookie-Anstecker gedacht ist
- Menschen mit Demenz oder kognitiven Einschränkungen
- Nicht sprechende Menschen und Menschen im Autismus-Spektrum
- Menschen mit Sprach- und Kommunikationsbarrieren, etwa Aphasie nach einem Schlaganfall
- Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen, Tagespflege und Wohngruppen
- Kinder und Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf
Warum nicht Armband, App oder Tracker?
- Aufgedruckte Daten
- Notfallarmbänder zeigen aufgedruckte Angaben für jeden lesbar, der hinsieht. Eine Prüfung im jeweiligen Einsatzkontext wird trotzdem empfohlen.
- Apps und GPS-Tracker
- Sie brauchen Installation, Akku und Internetzugang und setzen technisches Wissen voraus.
- Auffällige Hilfsmittel
- Was Betroffene sofort erkennbar macht, wird oft gar nicht erst getragen.